[Home :: Cultural Studies :: AvantHard]

[Editorial :: Printmedien :: Tonträger :: ADD I TO (T) :: Breakcore :: Playlist]

Breakcore und Artverwandtes von A-Z

(nach Labels geordnet)

5 Feuilles (F):
Erste Veröffentlichung in einer geplanten Serie von fünf verfügbar; minimalistisch bis Ruhe vor dem Sturm.
Abracadabra (F):
Eine EP mit Pushy! von geradezu kinematographischer Qualität liefert gepflegt-treibenden Breakbeat-Wahnsinn, der zwischendurch mit geraden Beats durchknallt; Mouse Clinic auf der Flipside garnieren dies mit doppelt gebrochenem AvantHardTechno.
Adverse (UK):
7"Singles mit extremem Harsh Noise ohne Beats und Breaks. Vergleichbar mit den Veröffentlichungen auf Maschinenbau (s. u.).
Ambush (UK):
Eines der besten Labels überhaupt; insgesamt sieben EPs bisher; die neuesten Veröffentlichungen schaffen es, auch das nicht mehr steigerungsfähig Gelaubte noch zu toppen.
Amputate (UK):
Spielt in einer Klasse mit Ambush; soeben ist die vierte EP erschienen. Mit dem Bassgewitter der dritten EP, »Percussive Quantology« von Elastic Horizons, lassen sich Tänzer problemlos vom Dancefloor blasen.
Audio Illusions (UK):
Normalerweise als Label am straighten Speedcore orientiert, stellt die EP mit dem Amputate-Act Photic Driver eine echte Perle dar und ist mittlerweile zum hochgehandelten Tip aufgestiegen.
Bad Ming Tunes (F):
Speedcore-Label, das Höhepunkte bei den industriellen bzw. rhythmisch komplexen Veröffentlichungen von Perplex barquettes sowie der »Brûlé vif« Sampler-EP verzeichnet.
Bloody Fist (AUS):
Viel purer Speedcore, der manchmal enerviert, Nummer 15, 17 und 18 auf alle Fälle sehr empfehlenswert.
Blut (D):
Die ersten beiden EPs brachten nur etwas platten Speedcore; Blut 3, eine Doppel-LP, vereint afrikanische Stammesgesänge mit Breakcore - gemessen an den vielen Soundspielereien im Drum & Bass haben wir es hier mit einer echten Innovation zu tun.
Break/Flow (UK):
Sampler-EP mit der Laufnummer zwei featuret neben lärmigem Breakbeat auch Ambientes und einen hervorragenden Titel von Eric Random (ja, dem!).
Cavage (F):
Bisher zwei Veröffentlichungen, von der ich allerdings nur die erste, eine Sampler-EP mit Acts aus dem Perce-Oreille-Umfeld, kenne. Experimental-Lärm&Breaks, völlig untanzbar, vermute ich - aber ebenso zwingend.
Digital Hardcore Recordings (D):
Sehr gemischt, doch die EP von dem ehemaligen Vision-Act 16-17 überzeugt vollauf.
Disaster Area (D):
Nicht so hart, wie man von Industrial-Spezialversender DA vermuten möchte, doch gut als Appetitmacher zum Einstieg.
Distort (US):
Solide Split-EP von Doormouse und Unibomber, wobei sich beide nicht zwischen Speedcore und Jungle entscheiden wollen.
F23 (UK?):
Kein Name, kein Titel, nur ein Stempel mit F23; eine supertreibende Mischung aus Roller und Stepper von Radio Bomb-Zuschnitt mit schön gewobbelten Bässen; auf der Flipside gleiche Wobbelbässe im - strange enough! - Speedcore- und Electro-Kontext.
FLO (UK):
Bahnbrechend undogmatisches Cross-Over-Label, das neben Breakcore auch Death-Metal-Hip-Hop und andere Merkwürdigkeiten zu bieten hat. Die 2nd Gen EP enthält im übrigen puren Industrial, und zwar weitaus besser als auf der zweifelhaften Nova-Mute-EP.
Freakshow (US):
Solider Wüst-Breakbeat, vielleicht schon etwas zu nahe an konventioneller Darkness?
Future Galactic (B):
Das Mutterlabel von Six Shooter (s. u.), das die Speedcore-Grenzen zum Avantgarde-Lärm testet; empfehlenswert insbesondere Somatic Responses.
Global Generation Planet Move (F):
Techno und Jungle with an Attitude? Wer das sucht, ist bei diesem Label mit EPs wie »El Niño« und »Kosovo in Crisis« gut bedient. Besonders letztere setzt Maßstäbe. Stimmen, die an die legendäre Pop-Group gemahnen, dazu super-tighte Breakbeats. Danach wird es noch toller und kulminiert in etwas, das die Bezeichnung Techno-Industrial Grindcore durchaus verdient.
Hardline (AUS):
Das Schwesterlabel zu Softline (s. u.)
Kool.Pop (D):
Qualitätsmäßig etwas schwankendes Label; richtig empfehlenswert erscheinen mir die EPs von DJ Scud und den Society Suckers.
Mange de la Bass (F):
Bisher ein 3-Tracker verfügbar. Extrem schneller, zum Teil sehr harter Jungle mit Speedcore-Sounds und französischen Ragga-Stimmfetzen, was die Sache extrem strange anmuten läßt. Auf der Flipside wird's dann richtig spooky.
Maschinenbau (UK):
Extremer Lärm, der Japaner harmlos aussehen läßt. Kein Break, nur Core pur.
Perce-Oreille (F):
Stilistisch breitbandig vom schrägen downtempo über nervös-treibenden Minimaltechno bis zu Breakbeat-Exzessen.
Position Chrome (D):
Begründer eines eigenen D&B-Subgenres, der aber zwischendurch die eine oder andere Durststrecke durchgemacht hat. Spezielle Empfehlungen an anderer Stelle im Rezensionsteil, auch die neue Heinrich at Hart Doppel-LP besitzt Format.
Possible (UK):
Die Mehrheit der Veröffentlichungen im Mick Harris/Scorn-Stil. Wer's mag, ich bevorzuge da eher die »Shortcut to Connect« mit Neil Harvey. Die Maxi »Jungle Concrète« besitzt dagegen das Zeug zum echten Ear-opener. Ubrigens: die EPs von Ambush haben nichts zu tun mit dem o. g. Label.
Praxis (UK):
Speedcore, Lärm und Breakbeats: Praxis liefert die volle Bandbreite. Sehr geringe Ausfallquote trotz zahlreicher Veröffentlichungen; bemerkenswert auch ein CD-Sampler namens Paraphysical Cybertronics, dessen Besetzung mit Bourbonese Qualk und GTO vielleicht das höchste Maß an Anschlußfähigkeit zur Old School besitzt.
Progerik (UK):
Ich kenne aktuell nur eine - hervorragende - Somatic Responses EP; weitere Kommentare in TNT machen darüber hinaus neugierig.
Psycho Audible Warp Phenomenon (UK):
Das Amputate-TechStep-Unterlabel markiert so etwas wie einen vorläufigen Höhepunkt des Genres. Zwei Veröffentlichungen bisher. Get it while you can!
Radio Bomb (F):
Das bombige Label zur bombigen Piratenstation, mit alten Bekannten wie Christoph Fringeli und anderen Breakbeat-Extremisten; sehr hoher Standard; neu erschienen ist eine Mix-CD-ROM, die von 69 dB und Voodoo gemixt wurde: 70 Minuten bösartiges Amalgam aus HardTechno und Breakcore, das in einem fulminanten Finale mit Psycho Audible Warp Phenomenon gipfelt.
Ript Skin (UK):
Eher technoid als breaks; die beiden EPs von pHon zählen zur Spitze des technoiden Neo-Industrial.
Six Shooter (B):
Sechs Veröffentlichungen, darunter drei von Somatic Resposes; sehr reife Lärmkompositionen, die sich häufig allen Kategorisierungen entziehen; eine neue - möglicherweise die beste - Somatic Responses ist derzeit in der Pipeline.
Softline (AUS):
Darkness mit vielerlei Variationen - unter anderem sogar mit HipHop-Einschlag, der jedoch sofort durch HardTechno-Attacken zertrampelt wird. Konsequente Zerstörungsarbeit vom fünften Kontinent.
Sub/Version (UK/Ö):
Auch hier mischt Christoph Fringeli mit. Der Hit unter den bislang drei hervorragenden EPs ist der Dark-Star-Remix von Fennesz - einer der absoluten Winner der an Höhepunkten nicht armen Drum & Bass-Historie.
Suburban Trash (D):
Leipziger Speedcore-Spezialisten mit gelegentlichen, zugleich durchaus niveauvollen Breakbeat-Ausflügen.
TrickDisc (Ö):
Soeben ist die erste Platte des Wiener TrickDisc-Labels erschienen, der man zu Recht das Etikett Dschungel-Jungle verleihen kann; ergänzt sich gut mit der rituellen Blut-Doppel-LP.
UD (?):
Kein Name kein Titel nur rote Labels; Nummer zwei liegt uns vor und enthält je einen Track Techno, Jungle, House und Electro; doch jeder ist derart in seiner Geschwindigkeit und seinen Sounds verzerrt, daß man beinahe Mühe hat, das jeweilige Genre wiederzuerkennen. Ein DJ-Tool zur Tänzer-Verwirrung. Very well done.
UHF (AUS):
Ein Sublabel der australischens Rage Records; derzeit ist mir nur #07, eine EP des Six-Shooter-Acts Senical, bekannt. Eher auf der Speedcore-Seite zu finden, hinterläßt die Scheibe aufs erste Hören einen eher zwiespältigen Eindruck; nach und nach kristallieren sich jedoch einige veritable Perlen heraus.
Uncivilized World (F):
Auch hier ist eine kurze, etwas irritierende Gewöhnungsphase erforderlich. Dann merkt man schnell: jede Veröffentlichung ein Treffer. Stilistische Vielfalt - man agiert im Bermudadreieck zwischen Speedcore, Breakbeats und Ambient - und souveräner Umgang mit dem Noise verkörpern das Markenzeichen dieses Labels, das bereits acht EPs und eine CD+CDRom produziert hat; unter anderem von Somatic Responses, Ho.exe, Elektroplasma und A.D.C.
Vinyl Communications (US):
Die Scrambled Music der Haters, die auf diesem Label erscheint, setzt sich würdig fort in dessen Scrambled-Jungle-Veröffentlichungen. Besonders empfehlenswert »Welcome to the American Experience« von Lesser 3.5, auf der sich vorgeblich die Coverversion eines Tracks von Oval (!) befindet, ebenso die CD von Incoherent mit dem Titel »D.I.Y«.
Worm Interface (UK):
Das Label des Ambient-Soho-Ladens hat in letzter Zeit fast komplett auf CD umgestellt - eine Seltenheit in diesem Genre, das immer noch primär auf Vinyl setzt. Neben den drei abwechslungsreichen alt.frequencies-Kompilationen sind die neuen Veröffentlichungen von Himuro und Jake Mandell bemerkenswert, ebenso die EP von Gimmik auf dem Sublabel Toytronic. Den absoluten Geniestreich der aufkommenden Post-Aphex-Twin-Ära liefert jedoch die CD von Solar X aus Rußland(!) ab.
X-86 (F):
Ein Label, das bislang zwei Sampler EPs veröffentlicht hat - vorwiegend auf der nicht so harten Seite, aber was macht das?
Zhark (UK):
Zhark wurde 1996 von Hecate und Kareem gegründet. Die ersten zwei Veröffentlichungen wurden noch zusammen produziert, jedoch kamen die weiteren Veröffentlichungen fortan von Kareem, Hecate orientierte sich musikalisch in Richtung Breakcore und gründete Zhark London, von wo aus sie jetzt ihre Dependance steuert. Zhark London und Zhark Berlin, welches eher dem industriell gefärbten Techno frönt, arbeiten jedoch weiterhin zusammen, insbesondere beim Vertrieb. Mir liegt die Nummer drei vor: ein respektabler TechStep-Zwei-Tracker, dessen Flipside eine Gravur aufweist.

Adressen der Bezugsquellen

Paris Black Label, 25 r. Keller, 75011 Paris  
BPM, 1 r. Keller, 75011 Paris  
Hokus Pokus, 32 blvd. Richard Lenoir, 75011 Paris  
Sphenoide, 6 r. Androuet, 75018 Paris  
Rough Trade, 30 r. de la Charonne, 75011 Paris  
Techno Import 16, r. Taillandiers, 75011 Paris  
Wave, 36 r. Keller, 75011 Paris  
London Ambient Soho, 4 Berwick St., London W1 mail@ambientsoho.com
Dragon Discs, 3 Kentish Town Rd., Camden, London NW1  
Prangsta, 304 New Cross Rd., London SE14  
Rough Trade, Neals Yard, London WC2  
Rough Trade, 130 Talbot Rd., London W11 shop@roughtrade.com
Hamburg Container, Reeperbahn 115, 20357 Hamburg  
Otaku, Feldstr. 45, 20357 Hamburg  
München Delirium, Occamstr. 19, 80802 München  
Optimal, Kollosseumstr. 6, 80469 München echtoptimal@t-online.de
Berlin Hardwax, Paul-Lincke-Ufer 44a, 10999 Berlin mail@hardwax.com
Köln A-Musik, Brüsseler-Platz 10a, 50674 Köln godijk@a-musik.com
Wien 33/45, Krummgasse 1, Wien III.  

[Home :: Cultural Studies :: AvantHard]

[Editorial :: Printmedien :: Tonträger :: ADD I TO (T) :: Breakcore :: Playlist]